Als Europaschule Baden-Württemberg setzt unsere Schule regelmäßig auf Projekte, die Wissen über Europa mit praktischer Politikbildung verbinden. So erlebten die Schülerinnen und Schüler der 10b im Rahmen eines Planspiels der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg zum Thema „Fakt oder Fake — Ein Planspiel zum Umgang der EU mit Desinformation und Hass im Netz“ einen ganz besonderen Vormittag.
Dabei ging es um ein Thema, das nicht nur Jugendliche betrifft. In einer digital vernetzten Welt sind alle — ob jung oder alt — zunehmend mit Desinformation und digitaler Hassrede konfrontiert. Im Planspiel haben die Teilnehmenden einen Vormittag lang intensiv zu dieser Herausforderung gearbeitet. Zuerst gab es eine kompakte Einführung in die Europäische Union, ihre zentralen Organe und Aufgaben. Danach übernahmen die Schülerinnen und Schüler die Rolle von EU-Abgeordneten aus den verschiedenen im Europäischen Parlament vertretenen Fraktionen und arbeiteten sich in ihre Rolle ein.
In den sich anschließenden Ausschusssitzungen wurde über verschiedene Gesetzesvorlagen debattiert, wobei die Jugendlichen entsprechend ihrer Fraktionszugehörigkeit unterschiedliche Positionen zwischen strenger Regulierung gegen Desinformation und Hass im Netz einerseits und dem Schutz digitaler Freiheitsrechte andererseits einnahmen. In einer abschließenden Plenumssitzung war es Ziel, realistische Kompromisse zu finden und Beschlüsse zu fassen.
Die Schülerinnen und Schüler füllten ihre Rollen ernsthaft aus und diskutierten leidenschaftlich. Sie erlebten dabei, wie wichtig eine sachliche und faire Debattenkultur für das Funktionieren einer Demokratie ist. Gleichzeitig erhielten die Jugendlichen einen konkreten Eindruck davon, welche Spannungen zwischen demokratischem Schutz vor gefährlichen Inhalten im Netz und dem Schutz von Meinungs- und Informationsfreiheit bestehen.
Wir danken der Landeszentrale für politische Bildung BW für die Durchführung des Planspiels. Als Europaschule BW freuen wir uns, dass unsere Schülerinnen und Schüler so unmittelbar erleben konnten, wie die EU arbeitet und wie demokratisches Handeln konkret aussieht.
